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Was verdient man in der Psychotherapie-Weiterbildung?

Aktualisiert am 09.10.2026 · pt-weiterbildung.de

PsychotherapeutInnen in Weiterbildung (PiW) sind approbiert und regulär angestellt, mit Gehalt, Sozialversicherung, Urlaub und Lohnfortzahlung, und die Eingruppierung richtet sich nach dem Tarif oder Vertrag des jeweiligen Arbeitgebers, wobei viele Weiterbildungsstätten einen eigenen Tarif haben oder das Gehalt frei verhandeln. Wo der TVöD gilt, haben die kommunalen Arbeitgeber nach unserem Kenntnisstand 2023 die E13 empfohlen, das sind nach der Tabelle ab Mai 2026 in Stufe 1 rund 4.900 Euro brutto im Monat. DPtV und ver.di fordern die E14 mit rund 5.300 Euro in Stufe 1.

Was sich gegenüber der alten Ausbildung geändert hat

Die Praktische Tätigkeit der PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) war im alten System berüchtigt, denn sie bedeutete Vollzeitarbeit in Kliniken, oft ohne oder mit nur symbolischer Vergütung, und die Ausbildung selbst kostete obendrein Geld. Das war einer der Hauptgründe für die Reform.

Heute steht die Approbation am Ende des Studiums, und wer die Weiterbildung beginnt, ist deshalb bereits approbiert und arbeitet als angestellte Fachkraft mit regulärem Arbeitsvertrag.

Warum über E13 und E14 gestritten wird

Wo der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gilt, richtet sich das Gehalt nach der Eingruppierung in eine Entgeltgruppe, und bei PiW ist diese Eingruppierung umstritten.

Nach unserem Kenntnisstand haben die kommunalen Arbeitgeber (VKA) 2023 per Rundschreiben empfohlen, PiW in die Entgeltgruppe 13 einzugruppieren, und das lässt sich über die verlinkten Quellen nicht direkt belegen. DPtV und ver.di fordern die Entgeltgruppe 14, weil die Entgeltordnung approbierte Psychologische PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen (KJP) einheitlich der E14 zuordnet und wer in Weiterbildung ist, bereits approbiert ist. Für fertige FachpsychotherapeutInnen fordern beide inzwischen die E15, analog zum Facharztstatus.

Welche Entgeltgruppe für dich gilt, steht in deinem Arbeitsvertrag.

Was E13 und E14 in Euro bedeuten

Die Tabelle zeigt die Bruttomonatsgehälter bei Vollzeit (39 Stunden) nach der Entgelttabelle des TVöD-VKA, gültig ab dem 1. Mai 2026. In Stufe 1 liegen zwischen E13 und E14 grob 400 Euro im Monat.

StufeEntgeltgruppe 13Entgeltgruppe 14
Stufe 14.901,11 €5.298,27 €
Stufe 25.279,32 €5.643,35 €
Stufe 35.709,87 €6.094,01 €
Stufe 46.177,31 €6.594,12 €
Stufe 56.727,38 €7.151,57 €
Stufe 67.025,87 €7.551,78 €
Die Tabelle gilt bis 31. März 2027, danach ändern sich die Werte. Verhandelbar ist neben der Entgeltgruppe auch die Stufe, denn von Stufe 1 zu Stufe 3 steigt das Gehalt sowohl in E13 als auch in E14 um rund 800 Euro im Monat.

Welche Weiterbildungsstätten nach TVöD zahlen

Die Tabelle gilt, wenn dein Arbeitgeber an den TVöD gebunden ist (tarifgebunden heißt, dass ein Tarifvertrag wie der TVöD für dein Arbeitsverhältnis gilt), und bei einem erheblichen Teil der anerkannten Weiterbildungsstätten richtet sich das Gehalt nach einem anderen Tarif oder wird frei vereinbart.

Kommunale und öffentliche Kliniken
Hier gilt meist der TVöD, und dann greift die Tabelle direkt. Bei Landeseinrichtungen gilt teilweise der TV-L mit eigenen Tabellen.
Kirchliche Träger
Caritas und Diakonie haben eigene Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR), die sich am TVöD orientieren und im Detail davon abweichen.
Private Klinikkonzerne
Sie haben eigene Haustarife oder sind tarifungebunden, und die Spannbreite ist groß.
Praxen, MVZ und Ambulanzen
Das Gehalt wird in der Regel frei verhandelt.

Im Verzeichnis siehst du am Versorgungsbereich, mit welchem Typ Einrichtung du es zu tun hast, denn ambulant heißt eher Praxis oder Ambulanz und stationär eher Klinik. Daraus ergibt sich ein erster Anhaltspunkt, ob ein Tarif gilt.

Was die 40-Prozent-Regel im ambulanten Abschnitt bringt

Für Weiterbildungsambulanzen gibt es durch das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege eine Untergrenze, denn sie müssen mindestens 40 Prozent der Vergütung, die sie von den Krankenkassen für deine Behandlungen bekommen, an dich weitergeben. Nach unserem Kenntnisstand wurde das 2025 beschlossen und gilt seit 2026, die verlinkten Quellen nennen dafür allerdings keine Termine.

Die Untergrenze gilt für Weiterbildungsambulanzen, und in Praxen, MVZ und Kliniken richtet sich die Vergütung nach Tarif oder Arbeitsvertrag. Für Supervision, Theorie und Selbsterfahrung sieht das Gesetz keine Finanzierung vor.

BPtK-Präsidentin Andrea Benecke würdigte die gesetzliche Verankerung auf dem 47. Deutschen Psychotherapeutentag im November 2025 und sagte, die gesetzliche Regelung reiche „bei Weitem nicht aus“. Zu den Gehaltszuschüssen, mit denen einzelne Kassenärztliche Vereinigungen (Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen) die Weiterbildung fördern, sagte sie, sie seien sehr gut und „ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Ich halte es für unfair, dass die Finanzierung der Weiterbildung auch mit dieser Regel nur in einem Teilbereich gesetzlich geregelt ist, und ich sehe darin einen der Gründe, warum es zu wenige Weiterbildungsplätze gibt. Wie viel dir von deinem Gehalt bleibt, hängt deshalb auch von den Kosten der Weiterbildung ab.

Welche Fragen du im Bewerbungsgespräch stellen solltest

Tarifbindung, Entgeltgruppe und Stufe lassen sich schon im ersten Gespräch klären, und wonach du bezahlt wirst, solltest du vor der Unterschrift wissen, oder?

  1. Tarifbindung und Tarif erfragen, denn ob TVöD, TV-L, AVR oder Haustarif gilt, wirkt sich direkt auf das Gehalt aus.
  2. Entgeltgruppe und Stufe beide erfragen, weil auch die Stufe das Gehalt deutlich beeinflusst.
  3. Berufserfahrung ansprechen und fragen, ob sie auf die Stufe angerechnet wird, denn Praktika, Werkstudentenzeit oder eine frühere Anstellung können zählen und eine höhere Stufe rechtfertigen.
  4. Theorie, Supervision und Selbsterfahrung ansprechen und fragen, wer sie trägt, denn wenn die Stätte diese Kosten übernimmt, bleibt dir bei einem nominell niedrigeren Gehalt oft mehr übrig.
  5. Freistellung für Theorieblöcke klären, also ob du dafür bezahlt freigestellt wirst oder Urlaub nehmen musst, was mehrere Wochen pro Jahr ausmachen kann.

Häufige Fragen dazu

Werde ich in der Weiterbildung bezahlt?

Ja, du wirst als approbierte Fachkraft angestellt, mit Sozialversicherung, Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, und das ist die wichtigste Änderung der Reform.

E13 oder E14, was gilt denn nun?

Das ist offen und wird gestritten, in der Praxis gilt die Entgeltgruppe aus deinem Arbeitsvertrag. Nach unserem Kenntnisstand haben die kommunalen Arbeitgeber 2023 per Rundschreiben E13 empfohlen (über die verlinkten Quellen lässt sich das nicht direkt belegen), und DPtV und ver.di fordern E14.

Was ist die 40-Prozent-Regel?

Seit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege müssen Weiterbildungsambulanzen mindestens 40 Prozent der Vergütung, die sie von den Krankenkassen für deine Behandlungen erhalten, an dich auszahlen.

Verdiene ich in Klinik und Ambulanz unterschiedlich?

Häufig ja. Kliniken sind eher tarifgebunden und zahlen ein festes Monatsgehalt. Im ambulanten Abschnitt hängt die Vergütung oft an den abgerechneten Behandlungen und an der 40-Prozent-Untergrenze, und wer die Abschnitte plant, sollte das mitdenken, mehr dazu in Ambulant, stationär, institutionell.

Zählt das Gehalt netto oder brutto?

Alle Tarifangaben hier sind Bruttomonatsgehälter bei Vollzeit. Was davon netto bleibt, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Krankenkasse und Bundesland ab, und bei vielen gehen vom Gehalt zusätzlich die Kosten für Theorie, Supervision und Selbsterfahrung ab, siehe Was kostet die Weiterbildung?

Kurze Antworten auf die Grundfragen zur Weiterbildung stehen gesammelt unter Häufige Fragen.

Quellen und Stand

Die Angaben zu Tarifen und Gesetzeslage haben den Stand August 2026. Tarifzahlen ändern sich mit jeder Tarifrunde, und die Empfehlung der kommunalen Arbeitgeber von 2023 sowie der Zeitpunkt der 40-Prozent-Regel lassen sich über die verlinkten Quellen nicht direkt belegen. Ohne Gewähr, verbindlich ist dein Arbeitsvertrag.

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