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Was verdient man in der Psychotherapie-Weiterbildung?

Aktualisiert am 27.08.2026 · pt-weiterbildung.de

Psychotherapeut:innen in Weiterbildung sind approbiert und regulär angestellt, mit Gehalt, Sozialversicherung, Urlaub und Lohnfortzahlung. Eine bundesweit einheitliche Eingruppierung gibt es aber nicht. Wo der TVöD gilt, bewegt sich die Debatte zwischen Entgeltgruppe 13 und 14: Die kommunalen Arbeitgeber haben 2023 E13 empfohlen, DPtV und ver.di fordern E14. Das sind nach der Tabelle ab Mai 2026 rund 4.900 Euro gegenüber rund 5.300 Euro brutto im Monat in Stufe 1. Und viele Weiterbildungsstätten sind an den TVöD überhaupt nicht gebunden.

Was sich gegenüber der alten Ausbildung geändert hat

Im alten System war die Praktische Tätigkeit der Psychotherapeut:innen in Ausbildung (PiA) berüchtigt: Vollzeitarbeit in Kliniken, oft ohne oder mit symbolischer Vergütung, während die Ausbildung selbst Geld kostete. Genau das war einer der Hauptgründe für die Reform.

Heute ist die Reihenfolge umgedreht. Die Approbation steht am Ende des Studiums, nicht am Ende der Ausbildung. Wer die Weiterbildung beginnt, ist bereits approbiert und wird als approbierte Fachkraft angestellt: mit Arbeitsvertrag, Sozialversicherung, Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung.

Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Wie hoch dieses Gehalt ausfällt, ist nicht bundesweit geregelt.

Der Streit um die Entgeltgruppe

Wo der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst gilt, hängt alles an der Eingruppierung. Und die ist für Psychotherapeut:innen in Weiterbildung umstritten.

Praktisch heißt das: Es gibt keine Antwort, die für alle gilt. Es gibt nur die Antwort, die in deinem Arbeitsvertrag steht.

Was E13 und E14 konkret bedeuten

Zur Einordnung die Bruttomonatsgehälter bei Vollzeit (39 Stunden) nach der Entgelttabelle TVöD-VKA, gültig ab 1. Mai 2026:

StufeEntgeltgruppe 13Entgeltgruppe 14
Stufe 14.901,11 €5.298,27 €
Stufe 25.279,32 €5.643,35 €
Stufe 35.709,87 €6.094,01 €
Stufe 46.177,31 €6.594,12 €
Stufe 56.727,38 €7.151,57 €
Stufe 67.025,87 €7.551,78 €
Zwei Dinge dazu: Erstens gilt diese Tabelle bis 31. März 2027, danach ändern sich die Werte. Zweitens ist nicht nur die Entgeltgruppe verhandelbar, sondern auch die Stufe. Einschlägige Berufserfahrung kann eine höhere Stufe rechtfertigen, und der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 3 ist größer als der zwischen E13 und E14.

Der große Vorbehalt: Tarifbindung

Die Tabelle oben gilt nur, wenn dein Arbeitgeber überhaupt an den TVöD gebunden ist. Ein erheblicher Teil der anerkannten Weiterbildungsstätten ist das nicht:

Kommunale und öffentliche Kliniken
Meist TVöD, teilweise TV-L bei Landeseinrichtungen. Hier greift die Tabelle direkt.
Kirchliche Träger
Caritas und Diakonie haben eigene Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). Die orientieren sich am TVöD, weichen aber im Detail ab.
Private Klinikkonzerne
Eigene Haustarife oder gar keine Tarifbindung. Die Spannbreite ist groß.
Praxen, MVZ und Ambulanzen
In der Regel frei verhandelt. Hier gibt es keine Tabelle, an der du dich festhalten kannst.

Im Verzeichnis siehst du am Versorgungsbereich, mit welchem Typ Einrichtung du es zu tun hast. Ambulant heißt eher Praxis oder Ambulanz, stationär eher Klinik. Das ist ein brauchbarer erster Anhaltspunkt für die Frage, ob Tarif im Spiel ist.

Der ambulante Abschnitt und die 40-Prozent-Regel

Für Weiterbildungsambulanzen hat der Gesetzgeber 2025 eine Untergrenze eingezogen: Sie müssen mindestens 40 Prozent der Vergütung, die sie von den Krankenkassen für deine Behandlungen bekommen, an dich weitergeben. Die Regelung kam über das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege.

Zwei Einschränkungen, die dabei oft untergehen:

Das ist der Grund, warum eine reine Gehaltszahl wenig aussagt. Was am Ende übrig bleibt, entscheidet sich zusammen mit den Kosten der Weiterbildung.

Fünf Fragen fürs Bewerbungsgespräch

  1. Sind Sie tarifgebunden, und an welchen Tarif? TVöD, TV-L, AVR oder Haustarif macht einen realen Unterschied.
  2. Welche Entgeltgruppe und welche Stufe? Beides erfragen, nicht nur die Gruppe.
  3. Wird Berufserfahrung auf die Stufe angerechnet? Praktika, Werkstudentenzeit oder eine frühere Anstellung können zählen.
  4. Wer trägt Theorie, Supervision und Selbsterfahrung? Die entscheidende Frage. Wenn die Stätte das übernimmt, ist ein nominell niedrigeres Gehalt unter dem Strich besser.
  5. Gibt es Freistellung für Theorieblöcke? Bezahlte Freistellung oder Urlaub nehmen müssen ist ein Unterschied von mehreren Wochen pro Jahr.

Kurz zusammengefasst

In der Weiterbildung wirst du bezahlt, das ist der Kern der Reform. Wie viel, ist nicht einheitlich geregelt: Im TVöD steht E13 gegen E14, das sind grob 400 Euro brutto im Monat Unterschied, und ein großer Teil der Stätten zahlt gar nicht nach Tarif. Entscheidend für dein tatsächliches Einkommen ist neben der Entgeltgruppe die Frage, wer die Weiterbildungskosten trägt. Beides gehört ins erste Gespräch, nicht in den Arbeitsvertrag, den du schon unterschrieben hast.

Häufige Fragen dazu

Werde ich in der Weiterbildung wirklich bezahlt?

Ja. Das ist die zentrale Änderung der Reform. Im alten System war die Praktische Tätigkeit oft gar nicht oder mit einem symbolischen Betrag vergütet. Nach neuem Recht bist du approbiert, wenn du die Weiterbildung beginnst, und wirst als approbierte Fachkraft angestellt, mit Sozialversicherung, Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

E13 oder E14, was gilt denn nun?

Das ist offen und wird gestritten. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hat 2023 per Rundschreiben E13 für Psychotherapeut:innen in Weiterbildung empfohlen. DPtV und ver.di halten dagegen, dass die Entgeltordnung approbierte Psychotherapeut:innen einheitlich E14 zuordnet und die Weiterbildung sich an der ärztlichen Weiterbildung orientieren muss. In der Praxis entscheidet dein konkreter Arbeitsvertrag, nicht die Debatte.

Was ist die 40-Prozent-Regel?

Seit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege müssen Weiterbildungsambulanzen mindestens 40 Prozent der Vergütung, die sie von den Krankenkassen für deine Behandlungen erhalten, an dich auszahlen. Das betrifft nur Weiterbildungsambulanzen. Für Praxen, MVZ und Kliniken hat der Gesetzgeber nichts geregelt.

Verdiene ich in Klinik und Ambulanz unterschiedlich?

Häufig ja. Kliniken sind eher tarifgebunden und zahlen ein festes Monatsgehalt. Im ambulanten Abschnitt hängt die Vergütung oft an den abgerechneten Behandlungen und an der 40-Prozent-Untergrenze. Wer die Abschnitte plant, sollte das mitdenken, mehr dazu in Ambulant, stationär, institutionell.

Zählt das Gehalt netto oder brutto?

Alle Tarifangaben hier sind Bruttomonatsgehälter bei Vollzeit. Was davon netto bleibt, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Krankenkasse und Bundesland ab. Und: Vom Brutto gehen bei vielen zusätzlich die Kosten für Theorie, Supervision und Selbsterfahrung ab, siehe Was kostet die Weiterbildung?

Quellen und Stand

Alle Angaben zu Tarifen und Gesetzeslage: Stand August 2026. Tarifzahlen ändern sich mit jeder Tarifrunde, die genannte TVöD-Tabelle gilt bis 31. März 2027. Ohne Gewähr, verbindlich ist dein Arbeitsvertrag.

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