Warum es überhaupt Abschnitte gibt
Die Weiterbildung soll dich auf die gesamte Breite der Versorgung vorbereiten und sieht deshalb Zeiten in unterschiedlichen Versorgungsbereichen vor, damit du akute Krisen und schwere Verläufe ebenso kennenlernst wie längere ambulante Prozesse.
Man könnte sich die Abschnitte wie Etappen einer längeren Wanderung vorstellen, bei der jede Hütte eine oder zwei Etappen versorgt, sprich, eine Stätte deckt meist einen oder zwei Bereiche ab. Für die Stellensuche bedeutet das, dass du über die fünf Jahre eine Abfolge mehrerer Stellen planst.
Was ambulant, stationär und institutionell bedeuten
- Ambulant
- Dazu zählen Ambulanzen, Institutsambulanzen und Praxen, in denen du eigene Behandlungen über längere Zeiträume führst, meist mit fester Frequenz und enger Supervision. Der ambulante Teil macht in den meisten Weiterbildungsordnungen den größten Block aus.
- Stationär
- Das sind Kliniken und Tageskliniken, in denen du im multiprofessionellen Team arbeitest, mit kürzeren Verweildauern, akuteren Krankheitsbildern, viel Diagnostik und Krisenintervention.
- Institutionell
- Gemeint sind Einrichtungen der psychosozialen und komplementären Versorgung außerhalb von Klinik und Praxis, etwa Beratungsstellen oder Einrichtungen der Jugend- und Eingliederungshilfe. Der Umfang und die Abgrenzung unterscheiden sich hier zwischen den Kammern am stärksten.
Wie du die Abschnitte planst
- Weiterbildungsordnung deiner Kammer lesen, bevor du eine Stelle zusagst, denn die weitere Planung baut auf den Mindestzeiten je Bereich und auf eventuellen Reihenfolgevorgaben auf.
- Verfügbare Stätten je Bereich prüfen, indem du im Verzeichnis nach Versorgungsbereich filterst und so siehst, ob es in deiner Region für alle geforderten Abschnitte überhaupt Stätten in deinem Verfahren gibt.
- Mit dem knappsten Abschnitt anfangen, denn wenn ein Bereich in deiner Region nur an ein oder zwei Stätten möglich ist, planst du diesen zuerst und richtest die anderen daran aus.
- Übergänge früh ansprechen, weil Weiterbildungsbefugte die Häuser in ihrer Region kennen und Anschlussstellen oft direkt vermitteln, was du schon im Bewerbungsgespräch zur Sprache bringen kannst.
Wo die Planung häufig stolpert
- Der institutionelle Anteil wird vergessen und fällt erst am Ende auf, wenn die Suche unter Zeitdruck steht.
- Eine Stätte wird für den falschen Bereich angenommen, wenn Verfahren und Gebiet passen und dabei übersehen wird, welchen Versorgungsbereich der noch fehlende Abschnitt verlangt.
- Ein Umzug ins nächste Bundesland kann den noch fehlenden Umfang verändern, weil die Ordnungen sich unterscheiden, mehr dazu in Weiterbildung in einem anderen Bundesland.
- Die Anerkennung der Stätte wird übersehen, und auch ein kurzer Abschnitt wird erst angerechnet, wenn die Stätte dafür befugt ist, und wie du das prüfst, steht in Woran erkenne ich eine anerkannte Weiterbildungsstätte?