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Was kostet die Psychotherapie-Weiterbildung?

Aktualisiert am 09.10.2026 · pt-weiterbildung.de

Theorie, Supervision und Selbsterfahrung sind in der Weiterbildung vorgeschrieben und liegen außerhalb der Vergütung, die Weiterbildungsambulanzen von den Krankenkassen erhalten, und die Finanzierung dieser Posten ist bisher gesetzlich nicht geregelt. In der alten Ausbildung summierten sich dieselben Posten auf einen mittleren fünfstelligen Betrag, und viele Institute können für die neue Weiterbildung noch keine endgültigen Preise nennen. Wer die Kosten trägt, regeln dein Arbeitsvertrag und die Gebührenordnung deines Instituts.

Warum zur Anstellung auch Kosten gehören

Du bekommst ein Gehalt für deine Arbeit an der Weiterbildungsstätte, die vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte laufen davon getrennt, meistens über ein Weiterbildungsinstitut, und werden dir in Rechnung gestellt.

Einen ersten Baustein hat der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege geliefert, denn Weiterbildungsambulanzen müssen danach mindestens 40 Prozent der Krankenkassenvergütung an dich auszahlen. Nach unserem Kenntnisstand wurde das 2025 beschlossen und gilt seit 2026, die verlinkten Quellen nennen dafür allerdings keine Termine. Für Supervision, Theorie und Selbsterfahrung sowie für die Finanzierung in Praxen, MVZ und Kliniken sieht das Gesetz bisher keine Regelung vor, und die Berufsverbände halten das für deutlich zu wenig.

Ich teile diese Einschätzung, denn wer frisch approbiert ist und mit der Weiterbildung beginnen will, bekommt Pflichtbestandteile in Rechnung gestellt, und das finde ich unfair, oder? Dass die Finanzierung der Weiterbildung bis heute nur teilweise gesetzlich geregelt ist, sehe ich außerdem als einen der Gründe, warum es zu wenige Weiterbildungsplätze gibt.

Die Beteiligung der Stätte an den Weiterbildungskosten reicht von vollständig bis gar nicht.

Welche Kostenblöcke es gibt

Theoretische Weiterbildung
Das sind Seminare und Kursblöcke am Institut, die auf das jeweilige Verfahren zugeschnitten sind und meist als Semester- oder Kursgebühr abgerechnet werden. Sie bilden den größten planbaren Einzelposten.
Supervision
Einzel- und Gruppensupervision deiner Behandlungen sind in festgelegtem Umfang vorgeschrieben, wobei Einzelsupervision deutlich teurer ist als Gruppensupervision.
Selbsterfahrung
Auch sie ist vorgeschrieben, als Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung. Für Einzelsitzungen werden üblicherweise 80 bis 100 Euro genannt, dafür habe ich keine belastbare Quelle gefunden.
Kammergebühren
Das ist der kleinste Block. Dazu gehören Gebühren für die Anerkennung von Weiterbildungszeiten und am Ende für die Anerkennung als FachpsychotherapeutIn, wobei die Sätze in der Gebührenordnung deiner Landeskammer stehen und sich zwischen den Ländern unterscheiden.

Was die alte Ausbildung über die Größenordnung verrät

Die Kostenposten der neuen Weiterbildung sind dieselben wie in der alten Ausbildung, und dafür gibt es veröffentlichte Zahlen. Ein Institut weist für die dreijährige Variante zum Stand März 2026 die folgende Aufstellung aus.

PostenBetrag
Theorie-Seminare8.640 €
Gruppenselbsterfahrung (120 Std.)3.600 €
Einzelsupervision (50 Std.)5.750 €
Gruppensupervision (100 Std.)3.400 €
Prüfungsgebühr680 €
Summe22.070 €

Die Spanne von rund 20.000 bis 25.000 Euro, die als Anhaltspunkt für die gesamte alte Ausbildung genannt wird, kann ich nicht belegen, und das Beispiel liegt mit 22.070 Euro innerhalb davon.

Diese Zahlen stammen aus der alten Ausbildung nach bisherigem Recht. Sie geben einen Anhaltspunkt für die Größenordnung und für das Verhältnis der Posten zueinander, und verbindlich für die neue Weiterbildung ist die aktuelle Gebührenordnung deines Instituts.

Was den Kosten gegenübersteht

Sobald du im ambulanten Abschnitt eigene Behandlungen führst, entstehen Einnahmen, und wie die zwischen Institut und dir aufgeteilt werden, unterscheidet sich erheblich.

Für Weiterbildungsambulanzen liegt dieser Anteil inzwischen bei mindestens 40 Prozent der Krankenkassenvergütung, und wie das mit deinem Gehalt zusammenspielt, steht in Was verdient man in der Weiterbildung?

Was du klären solltest, bevor du unterschreibst

  1. Beteiligung der Stätte an den Weiterbildungskosten erfragen, denn sie wirkt sich beim Vergleich zweier Stellen oft stärker aus als die Differenz zwischen zwei Entgeltgruppen.
  2. Bezahlte Freistellung für Theorieblöcke klären, also ob du dafür freigestellt wirst oder Urlaub nehmen musst.
  3. Gebührenordnung in der aktuellen Fassung schriftlich geben lassen und fragen, ab wann sie verbindlich ist.
  4. Verteilungsschlüssel im ambulanten Abschnitt erfragen, damit du weißt, welcher Anteil der abgerechneten Behandlungen bei dir ankommt und was als Verwaltungsbeitrag einbehalten wird.
  5. Wechsel oder Unterbrechung ansprechen und fragen, ob gezahlte Gebühren erhalten bleiben, wenn du die Stätte wechselst, was besonders bei einem Wechsel des Bundeslands eine Rolle spielt.

Anerkannte Stätten, bei denen du diese Fragen stellen kannst, findest du im Verzeichnis.

Häufige Fragen dazu

Ich bin doch angestellt, warum zahle ich überhaupt etwas?

Weil dein Gehalt deine Arbeit an der Stätte vergütet und die vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte, also Theorieblöcke, Supervision und Selbsterfahrung, in der Regel über ein Weiterbildungsinstitut laufen und separat abgerechnet werden.

Deckt die 40-Prozent-Regel die Weiterbildungskosten?

Nein, die Regel bezieht sich auf die Vergütung der Behandlungen in Weiterbildungsambulanzen, und Supervision, Vermittlung von Fachkenntnissen und Selbsterfahrung liegen außerhalb der Regelung. Das ist der Hauptkritikpunkt der Berufsverbände, und BPtK-Präsidentin Andrea Benecke sagte im November 2025, die gesetzliche Regelung reiche „bei Weitem nicht aus“.

Warum nennen die Institute keine konkreten Preise?

Weil die Finanzierung politisch noch nicht abschließend geklärt ist. Institute schreiben teils wörtlich, dass die konkreten Kosten der neuen Weiterbildung noch nicht endgültig feststehen und Finanzierungsfragen zwischen Ländern, Kammern und Krankenkassen abgestimmt werden.

Kann ich die Kosten steuerlich absetzen?

Das ist grundsätzlich möglich, denn Weiterbildungskosten im Anschluss an eine abgeschlossene Erstausbildung gelten als Werbungskosten. Weil die Approbation am Ende des Studiums steht, spricht viel dafür, dass die Weiterbildung darunter fällt, und das ist eine steuerliche Einzelfallfrage, die du mit einer Steuerberatung oder einem Lohnsteuerhilfeverein klären solltest.

Lohnt sich der Vergleich zwischen Instituten?

Ja, denn manche Institute arbeiten mit festen Monats- oder Jahresgebühren und andere rechnen über Ausgaben und Einnahmen ab, und der Verteilungsschlüssel der Behandlungseinnahmen im ambulanten Abschnitt ist von Haus zu Haus verschieden.

Kurze Antworten auf die Grundfragen zur Weiterbildung stehen gesammelt unter Häufige Fragen.

Quellen und Stand

Der Stand der Angaben ist August 2026. Die Finanzierung der Weiterbildung ist politisch in Bewegung und Instituts- und Kammergebühren ändern sich, außerdem sind die Kostenspanne von 20.000 bis 25.000 Euro, der Richtwert von 80 bis 100 Euro für Einzelselbsterfahrung und der Zeitpunkt der 40-Prozent-Regel über die verlinkten Quellen nicht belegt. Ohne Gewähr, verbindlich sind die Gebührenordnung deines Instituts, die Satzung deiner Kammer und dein Arbeitsvertrag.

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