Was die vier Richtlinienverfahren unterscheidet
VT, TP, AP und ST sind sozialrechtlich anerkannte Richtlinienverfahren und führen zur Fachkunde, und sie unterscheiden sich im Menschenbild, im Vorgehen und in der typischen Behandlungslänge.
| Verfahren | Grundgedanke | Typisches Vorgehen |
|---|---|---|
| Verhaltenstherapie (VT) | Problematisches Verhalten und Denken sind gelernt und damit veränderbar. | Strukturiert, zielorientiert, mit Übungen zwischen den Sitzungen. |
| Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) | Aktuelle Symptome hängen mit unbewussten Konflikten und Beziehungserfahrungen zusammen. | Fokussiert auf einen zentralen Konflikt, im Sitzen, begrenzte Stundenzahl. |
| Analytische Psychotherapie (AP) | Teilt den Ansatz der TP und will die zugrunde liegende Struktur umfassender bearbeiten. | Höhere Frequenz, längere Dauer, klassisch auch im Liegen. |
| Systemische Therapie (ST) | Symptome entstehen und bleiben im Zusammenspiel mit dem Umfeld. | Bezieht Familie und Bezugssystem ein, ressourcen- und lösungsorientiert. |
Wie viele anerkannte Stätten es in deinem Verfahren gibt
Ob es in erreichbarer Nähe anerkannte Stätten im Wunschverfahren gibt, wird oft erst spät gefragt. Die Verhaltenstherapie stellt bundesweit den größten Anteil der anerkannten Weiterbildungsstätten, die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist ebenfalls breit vertreten, und Analytische Psychotherapie und Systemische Therapie sind in manchen Bundesländern nur an wenigen Standorten befugt.
Das Verzeichnis führt die Listen der 12 Landespsychotherapeutenkammern zusammen (die OPK deckt Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ab), die gemeinsam für die 16 Bundesländer zuständig sind.
Welche Fragen bei der Entscheidung helfen
- Womit möchtest du arbeiten? Manche arbeiten am liebsten mit klaren Zielen und messbaren Schritten. Anderen liegen Beziehungsdynamik und Biografie näher, und in diesem Punkt unterscheiden sich VT und die psychodynamischen Verfahren am deutlichsten.
- Mit welcher Klientel möchtest du arbeiten? Für Kinder und Jugendliche gelten eigene Befugnisse, und ob dein Wunschverfahren im Gebiet Kinder und Jugendliche in deiner Region vertreten ist, musst du gesondert prüfen.
- Wie mobil bist du? Je seltener das Verfahren, desto größer ist der Radius, den du mitbringen musst, und in einer ländlichen Region gehören Pendeln oder ein Umzug dazu.
- Was hast du im Studium und in der Praxis erlebt? Praktika und die eigene Selbsterfahrung geben oft die verlässlichsten Hinweise, weil sie zeigen, wie sich die Arbeit im Kontakt mit PatientInnen anfühlt.
Was das Verfahren für die Stellensuche bedeutet
Weil Befugnisse verfahrensbezogen erteilt werden, grenzt deine Wahl den Suchraum dauerhaft ein, und zusammen mit Gebiet und Region bestimmt sie, wie groß dieser Suchraum ist. Zeiten an einer Stätte, die für TP befugt ist, zählen für die TP-Weiterbildung. Stätten mit Befugnissen für mehrere Verfahren kommen für mehr BewerberInnen infrage und erscheinen im Verzeichnis mehrfach, einmal je Befugnis.
Wie du von dieser Vorauswahl zu einer konkreten Stelle kommst, steht in Wie finde ich eine Weiterbildungsstelle? Und wenn du bereit bist, das Bundesland zu wechseln, lohnt sich vorher der Artikel Weiterbildung in einem anderen Bundesland.