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Ausbildung oder Weiterbildung: welcher Weg gilt für mich?

Aktualisiert am 29.08.2026 · pt-weiterbildung.de

Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes laufen zwei Systeme parallel: Wer sein Studium vor dem 1. September 2020 begonnen hat, kann noch die alte Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeut:in oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in machen (als PiA, Approbation am Ende). Wer das neue Direktstudium absolviert, ist nach dem Master approbiert und macht anschließend die Weiterbildung zur Fachpsychotherapeut:in (als PiW, angestellt und tariflich bezahlt). Diese Seite und das Verzeichnis bilden den neuen Weg ab: die anerkannten Weiterbildungsstätten nach den neuen Weiterbildungsordnungen.

Warum es zwei Systeme gibt

Mit der Reform des Psychotherapeutengesetzes wurde der Berufszugang zum 1. September 2020 komplett umgebaut: weg von der postgradualen Ausbildung nach dem Psychologiestudium, hin zu einem eigenen Studiengang mit Approbation direkt nach dem Master und einer anschließenden Weiterbildung nach dem Vorbild der Fachärzte. Weil zehntausende Menschen ihr Studium unter altem Recht begonnen hatten, laufen beide Systeme übergangsweise parallel.

Die beiden Wege im Vergleich

Alte Ausbildung (PiA)Neue Weiterbildung (PiW)
Für wen Studienbeginn Psychologie (bzw. für KJP auch Pädagogik) vor dem 01.09.2020 Absolvent:innen des neuen Direktstudiums (Bachelor und Master Psychotherapie)
Approbation Am Ende der Ausbildung, nach dem Staatsexamen Am Anfang: nach Master und psychotherapeutischer Prüfung, vor der Weiterbildung
Status unterwegs Psychotherapeut:in in Ausbildung, überwiegend Teilnehmer- und Praktikantenstatus Approbierte:r Psychotherapeut:in in Weiterbildung, regulär angestellt
Bezahlung Für den Klinikteil der praktischen Tätigkeit gesetzliche Mindestvergütung von 1.000 Euro im Monat (Vollzeit), sonst je nach Institut und Ambulanzstatus Tarifgehalt der Anstellung, Details im Artikel Gehalt in der Weiterbildung
Kosten Institutsgebühren, klassisch fünfstellig über die Ausbildung Deutlich geringere Eigenkosten, aber nicht null: siehe Kosten der Weiterbildung
Abschluss Approbation als Psychologische:r Psychotherapeut:in oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in, mit Fachkunde Fachpsychotherapeut:in für das gewählte Gebiet, geprüft von der Landeskammer
Wo geregelt PsychThG in der alten Fassung samt Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, Anerkennung der Institute durch die Landesbehörden PsychThG neue Fassung, Approbationsordnung, Weiterbildungsordnungen der Landeskammern

Die Übergangsfrist: was bis 2032 passieren muss

Wer unter altem Recht studiert hat, kann die Ausbildung nach den Übergangsvorschriften noch abschließen, allerdings nur bis zum 1. September 2032. Danach ist der alte Weg zu. Für die Institute bedeutet das ein planbares Auslaufen ihres Ausbildungsbetriebs, für die letzten PiA-Jahrgänge einen harten Endtermin, den man bei Teilzeitmodellen und längeren Pausen im Blick behalten muss.

Für Weiterbildungssuchende heißt das: An vielen Einrichtungen begegnen sich beide Welten. Dieselbe Klinik kann Ausbildungsambulanz für PiA und anerkannte Weiterbildungsstätte für PiW sein. Für dich zählt nur die Weiterbildungsbefugnis nach neuem Recht, und genau die ist im Verzeichnis erfasst, je Gebiet, Verfahren und Versorgungsbereich.

Was der Systemwechsel praktisch verändert hat

Kurz zusammengefasst

Der Stichtag 1. September 2020 teilt die Wege: Altes Studium heißt Ausbildung mit Frist bis 2032, neues Direktstudium heißt Approbation zuerst und dann fünf Jahre Weiterbildung als angestellte:r PiW. Diese Plattform deckt den neuen Weg ab. Wenn du approbiert bist und deine Weiterbildung planst, beginnt alles mit zwei Entscheidungen (Gebiet und Verfahren) und einer Suche: der nach der ersten Stelle im Verzeichnis der anerkannten Weiterbildungsstätten.

Häufige Fragen dazu

Ich habe vor September 2020 angefangen zu studieren. Muss ich in das neue System wechseln?

Nein. Die Übergangsregelung schützt genau diesen Fall: Du kannst die Ausbildung nach altem Recht noch abschließen, mit Frist bis zum 1. September 2032. Ein Wechsel in den neuen Weg wäre nur über das neue Studium samt neuer Approbationsprüfung möglich und ist für die meisten unattraktiv.

Kann ich mit einem alten Psychologie-Master direkt die neue Approbationsprüfung ablegen?

Nein. Die neue psychotherapeutische Prüfung setzt das reformierte Studium mit seinen berufsrechtlich vorgegebenen Inhalten voraus. Wer nach altem Recht studiert hat, geht über die alte Ausbildung. Für Sonderfälle (etwa ausländische Abschlüsse) entscheiden die zuständigen Landesbehörden über die Gleichwertigkeit.

Sind Ausbildungsinstitute und Weiterbildungsstätten dasselbe?

Rechtlich nein: Die Anerkennung als Ausbildungsstätte (altes Recht, durch die Landesbehörde) und die Weiterbildungsbefugnis (neues Recht, durch die Kammer) sind getrennte Verfahren. Praktisch sind viele Institute und Kliniken beides. Ob eine Einrichtung für die neue Weiterbildung befugt ist, prüfst du im Verzeichnis.

Was passiert, wenn ich die alte Ausbildung nicht bis 2032 schaffe?

Die Frist endet am 1. September 2032. Ein Abschluss danach ist im Gesetz nur für besondere Härtefälle vorgesehen und nichts, worauf man planen sollte. Wer knapp dran ist, sollte den Zeitplan früh mit seinem Institut durchrechnen und Prüfungstermine entsprechend legen.

Quellen und Stand

Stand August 2026. Grundlage sind das Psychotherapeutengesetz in der seit dem 1. September 2020 geltenden Fassung und seine Übergangsvorschriften; Details zur Weiterbildung regeln die Weiterbildungsordnungen der Landeskammern.

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